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ein Fazit nach 1,5 Jahren Pandemie

CERTIFIED befragt Travel Manager nach Erfahrungen und Zukunftsaussichten

Im Sommer des letzten Jahres kamen etliche Hotelketten auf die Idee, ihre leerstehenden Hotelzimmer als Büroersatz zu vermieten. Ein Grundgedanke war, dass Home Office nicht in jeder Wohnung möglich ist. Entweder gibt es nicht genügend Platz, ein konzentriertes Arbeiten ist aufgrund ständig zuhause bleibender Kinder („Home Schooling“) nicht möglich oder man hatte es satt, unbequem am Küchentisch arbeiten zu müssen.

Was lag also näher, die mit Schreibtisch, WLAN und Kaffeemaschinen ausgestatteten Hotelzimmer als Büro tagsüber zu vermieten? Ungestörte Privatsphäre bei gleichzeitiger gastronomischer Versorgung waren Pluspunkte in der Argumentation. Wer Videokonferenzen ohne Störungen absolvieren wollte oder intensiv an einem Projekt arbeiten wollte, wurde als Zielgruppe adressiert.

 

 

CERTIFIED hat nachgefragt und Travel Manager, Office Manager und Assistenzen gebeten, ihre Meinung zu dem krisenbedingten Angebot zu äußern. An der nicht repräsentativen Befragung im Frühsommer 2021 nahmen 85 Profis aus Firmen wie Bosch, Vattenfall, Datev, Roche, PwC und Siemens teil.

Als positive Aspekte des Home Office im Hotel Angebots wurden die stabile Verfügbarkeit von WLAN und die ruhige entspannte Arbeitsatmosphäre benannt, was zu mehr Selbstdisziplin als in den heimischen vier Wänden führte.

 

 

Unbequeme Stühle und kleine Schreibtische, stattdessen ein riesiges Bett

Die Liste der Nachteile oder Mängel ist dagegen länger – vielleicht ein Ausdruck unserer kritischen deutschen Mentalität? Beklagt wurden zu kleine Arbeitsflächen und fehlende Ablagemöglichkeiten für Unterlagen, unergonomische Stühle beziehungsweise nicht höhenverstellbare Stühle, die für längeres Sitzen ungeeignet seien. Zu wenige freie Steckdosen, WLAN mit zu geringer Leistung und eine spärliche Beleuchtung aufgrund der zunehmend verbreiteten Dekoleuchten standen ebenfalls auf der Negativliste. Da das Bett im Hotelzimmer meist zentral positioniert ist und den Raum dominiert, empfanden Einige eine zu geringe Arbeitsatmosphäre – es ist mitunter irritierend, ein Bett und Kleiderschrank im Hintergrund von Videokonferenzen zu sehen (je nachdem, ob der Videofilter deaktiviert war).

Dennoch sind sich die Befragten einig, dass die Nachfrage nach „Pop up Büros“ künftig zunehmen wird. Fast zwei Drittel (64%) haben den Bedarf an solchen Angeboten als steigend angegeben. Ein Grund wird sein, dass etliche Firmen begonnen haben, sich von Büroflächen zu trennen und den Mitarbeitenden dauerhaft eine großzügigere Lösung der Home Office Tätigkeit anbieten. Für Geschäftsreisende und Berufstätige gleichermaßen wird es wichtig sein, eine ungestörte professionelle Arbeitsumgebung zu finden. Nicht alles kann in Starbuck Cafés oder offenen Hotellobbys erledigt werden – manche Telefonate, Webkonferenzen oder Büro- und Projektarbeiten verlangen nach Intimsphäre und räumlicher Abgeschlossenheit. Und wenn der Business-Nomade keinen Platz mehr im Firmengebäude hat, benötigt er ein zumindest zeitweise ein Büro auf Zeit.

Pop up Büro für 80 Euro

Für ein gut ausgestattetes, also mit drehbarem Schreibtischstuhl und vernünftiger Arbeitsfläche versehenes Zimmer zur Tagesnutzung sind die Befragten bereit, im Durchschnitt 80 Euro am Tag auszugeben.

Die Wunschliste beinhaltet dann:

  • Großer, höhenverstellbarer Schreibtisch
  • Ergonomischer, drehbarer Schreibtischstuhl
  • Helle Beleuchtung
  • Genügend Ablagefläche, verschließbarer Stauraum
  • Freie Steckdosen, schnelles WLAN / Glasfaser
  • Drucker/Scanner
  • Kein Bett sichtbar (professionelle Atmosphäre)
  • Flipchart (analog mit Papier)
  • Smartboard
  • Viel Platz (Bewegungsfreiheit)
  • 1-2 Besucherstühle

Hotels, die einen Rückgang der Businessgäste befürchten (Fachkreise sprechen von 30-40%), könnten sich überlegen, einige Zimmer mit überschaubarem Aufwand für ein professionelles Arbeiten auszustatten und gezielt als Tagesbüro zu vermarkten!

 

 

 


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