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Certified Geschäftsführer Till Runte hat einen der beiden Dorint Geschäftsführer zu einem ausführlichen Herbst-Interview getroffen.

Dorint betreibt ein 3 Marken Portfolio. Mit Essential by Dorint wird ein klassischer Businessgast angesprochen, Dorint Hotels sind im 4-Sterne-Segment mit Tagungsmöglichkeiten positioniert und Hommage bildet eine Kollektion ausgesprochener Luxushotels. Im vierten Quartal wächst jede Marke um mindestens ein Haus: In Köln wurde das ehemalige Burns Art Hotel zum 1. Oktober als Essential Art Cologne übernommen, in Bad Vilbel eröffnet demnächst ein neugebautes Dorint und Ende Dezember kommt das Grand Tirolia Kitzbühel zur Hommage Luxury Hotel Collection.

 

Herr Böckeler, was ist der rote Faden bei Dorint, wofür steht die Marke?
Der rote Faden bei Dorint ist unser ‚Blauer Faden‘. Unsere ganze Unternehmenskultur basiert auf unserer Vision, Dorint zu dem führenden Anbieter im Full-Service-Bereich für Geschäftsreisende zu machen, ohne dabei die Individualurlauber zu vernachlässigen. Vielfalt und Individualität stehen dabei weiterhin im Mittelpunkt.

Auf diesem Weg unterstützt uns unser Leitbild, dass uns immer wieder hilft, uns zu fokussieren auf das, was wirklich wichtig ist.  Es gibt uns Orientierung, tagtäglich die richtigen Entscheidungen zu treffen, um unsere Gäste zu begeistern.

Welche Werte verfolgen Sie, wie ist Ihr Leitbild bei Dorint?

Als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Dorint Hotels & Resorts wollen wir Menschen begeistern. Ob im Umgang mit unseren Gästen, Kollegen, Mitarbeitern oder Lieferanten:  Wir gehen herzlich aufeinander zu, behandeln alle Menschen mit dem gleichen Respekt, der gleichen Freundlichkeit und der gleichen Wertschätzung.

Wir verstehen uns als #HotelHelden, die mit Freude Gastgeber sind. Es ist unser erklärtes Ziel, dass dies bei allen unseren Begegnungen zu spüren ist - jederzeit und überall in unseren Hotels.

 

Wen sehen Sie selbst als stärksten Wettbewerber, private 4-Sterne Hotels oder Ketten wie Accor und Steigenberger?
Die Mitbewerber sind für uns sowohl in der privaten als auch in der Ketten-Hotellerie zu finden und vielfältig. Das lässt sich nicht auf eine Marke konkretisieren und ist auch standortbedingt unterschiedlich. Dies liegt an unserer eigenen vielfältigen und hoch individuellen Ausrichtung. Sowie die Kollegen auch, konzentrieren wir uns auf unsere USPs und richten unser Angebot ganz an den Bedürfnissen des Gastes aus.

 

Welche Kundengruppen sprechen Sie besonders an?

Zum einem verfolgen wir das MICE-Geschäft: Als Gastgeber mit mehrfach ausgezeichneter Tagungskompetenz und hervorragender Verkehrsanbindung verfügt Dorint über flexible Event- und Seminarkapazitäten aller Größenordnungen, ergänzt durch modernste technische Ausstattung sowohl im Konferenz- als auch im Zimmerbereich sowie persönliche Servicebegleitung.

Zum anderen konzentrieren wir uns auf den Leisure-Gast: Freizeit-Reisende, Ski-Fans oder Strandurlauber, Wanderfreunde oder Wellness-Liebhaber, Sportbegeisterte oder Kulturgenießer - dank der optimalen Lage der Hotels und Resorts bieten wir Erholung, Vergnügen oder Urbanität.

Für diese Zielgruppe haben wir das Programm „Wünsch Dir was“ für die Dorint Gruppe kreiert.

Getreu unserem Slogan „Dorint-wo alles möglich ist“.

 

Wie sind Sie durch die Pandemie gekommen?

Die Pandemie hat uns vor noch nie dagewesenen Herausforderungen gestellt.

Finanziell war bzw. ist die Corona-Krise wie für so viele einfach nur desaströs und eine unglaubliche Belastung. Die Ungewissheit und schlechte Planbarkeit hat uns alle an unsere Grenzen gebracht. Aber gleichzeitig auch einen ganz starken Zusammenhalt unter den Mitarbeitern und ein nie erahntes „Wir-schaffen-das-Gefühl“ erzeugt.  Die Dorint-Familie ist näher zusammengerückt und noch mehr zusammengewachsen, letztendlich auch, weil unser Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Iserlohe unermüdlich für das Unternehmen und uns alle kämpft.

 

Was sind aus Ihrer Sicht die großen Themen nach der Pandemie?

Wir sehen die Zeit nach der Pandemie auch als Chance für eine veränderte Hotellerie und haben uns durch einen gut vorbereiteten Re-Start auf die neuen Gegebenheiten eigestellt.

So haben unsere Gäste jetzt ein stärkeres Bedürfnis nach Sicherheit und Hygiene; ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit haben wir mit unserem „Stay Safe“ Konzept und seinen enormen Sicherheitsstandards schon in den ersten Monaten der Pandemie Rechnung getragen.

Dem allgemein verstärkten Wunsch nach Inlandreisen und Regionalität können wir als Hotel-Kette mit dem Fokus auf die D-A-CH-Länder natürlich bestens gerecht werden. Deutschland ist als Reiseland beliebt wie nie zuvor. Die Angst vor Corona-Infektionen und harten Corona-Regeln lässt die Urlauber mehr denn je sich wieder auf ihr Heimatland besinnen.

Ein weiteres großes Thema ist die Digitalisierung. Auch werden wir uns alle in Zukunft stringent auf digitalisierte Prozesse fokussieren müssen:

Es gilt Kontaktpunkte zu reduzieren und gleichzeitig die Kommunikation mit dem Gast und dem Mitarbeiter nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern „online“ zu intensivieren. Es gibt für uns zahlreiche Tools, Prozesse digital zu optimieren, so unseren Aufwand zu reduzieren aber auch unseren Service kontaktlos auszubauen und die vielen neuen Maßnahmen in den Hotels umzusetzen.

Eines scheint mir sicher: Wir Menschen wollen reisen, wir wollen andere Menschen treffen und spüren, wie gut es tut zusammen zu sein. Wir sind und bleiben soziale Wesen, die den Austausch suchen und die Gastfreundschaft erleben und das (Hotel-) Leben genießen wollen. Es gibt einen riesigen Nachholbedarf, den wir als Chance nutzen werden.

 

Wie schätzen Sie die Entwicklung zu folgenden Segmenten ein:

Private Reisen nehmen eher zu oder eher ab?

Private Reisen nehmen zu – die Menschen haben einen enormen Nachholbedarf.

 

 Geschäftliche Reisen nehmen eher zu oder eher ab?

Ich befürchte mittelfristig werden geschäftliche Reisen abnehmen und ca. 30% weniger Volumen produzieren, als wir es noch 2019 kannten. Das hat sowohl mit reduzierten Reisebudgets wie auch der Annehmlichkeit von Videokonferenzen zu tun.

 

Messegeschäft nimmt eher zu oder eher ab?

Messen werden generell auf dem Prüfstand stehen, denn sie verursachen für die Firmen unglaubliche Ausstellerkosten. Ich denke dieses Segment wird mittelfristig leicht abnehmen, jedoch steht die Relevanz von Messen generell nicht in Frage.

 

Kongresse und Konferenzen nehmen eher zu oder eher ab?

Ich denke diese werden wieder zunehmen und mittelfristig auf ein gutes Niveau anwachsen. Hier wird in Zukunft der qualitative Austausch im Vordergrund stehen und Hybridmodelle, die wir im letzten Jahr so gehypt haben, werden sich langfristig nicht durchsetzen.

Leider verfüge ich über keine Kristallkugel, daher sind meine Antworten positive Vermutungen, verbunden mit der Hoffnung, dass alle Bereiche wieder zunehmen werden. Schon jetzt beobachten wir eine unerwartet starke Zunahme der privaten und auch geschäftlichen Reisen. Auch das Konferenzgeschäft erfreut sich in unseren Häusern steigender Nachfrage ab Q4. Wie gesagt, das Bedürfnis nach „echtem“ Austausch lässt sich nicht digital kompensieren.

 

Welche Wachstumsstrategie verfolgen Sie bei Dorint?

An unsere ursprünglichen Zukunftsstrategie halten wir fest:  Die DHI Dorint Hospitality & Innovation GmbH wird die Zahl der Häuser weiterhin vergrößern. Demnächst stoßen Standorte in Köln, Bad Vilbel, München-Garching und Müritz zur Dorint Familie. Vor allem durch den vermehrten Abschluss von risikominimierten Franchise-Verträgen ist dabei ein kontrolliertes und opportunistisches Wachstum gesichert, bei weiterhin profitablen Pacht- und Managementverträgen.

Die Konzentration der Erweiterung liegt auf den deutschsprachigen Kernmärkten der D-A-CH-Region. Zudem wollen wir dort sein, wo unsere Gäste sind, also nicht nur in A-, sondern auch in B- und C-Lagen. 

Dorint ist als eine der führenden deutschen Hotelgruppen nach wie vor sicher und zukunftsorientiert aufgestellt und in einem stark umkämpften Markt eine feste Größe.

 

Ist das klassische Hotel am Ende?

Nicht, wenn man die klassische Hotellerie neu interpretiert und neben dem Fokus auf das „Was“ insbesondere auch das „Wie“ berücksichtigt.

Das Produkt, dass wir Hoteliers anbieten, sollte sich natürlich nach wie vor ganz an den Bedürfnissen und Erwartungen der Gäste ausrichten. Aber darüber hinaus sind es vor allem Emotionen und Erlebnisse, die wir verkaufen und durch die wir uns als Gastgeber und auch Arbeitgeber der Wahl positionieren können. Es ist in erster Linie unsere Haltung und unser Umgang miteinander, dass den Gast darüber entscheiden lässt, wiederzukommen.

 

Wer sind die Gewinner und wer die Verlierer in der Krise?

Gewinner sind jene, die akzeptieren können, dass das einzig Beständige der permanente Wandel ist. Krisen gehören leider zum Leben dazu. Wenn wir lernen können uns darauf einzustellen und Herausforderungen als Chance zu sehen, können wir im besten Fall sogar gestärkt daraus hervorgehen. Trotz allem Idealismus – die Krise hat nicht nur uns, auch ganz viele andere Branchen hart getroffen. Ob wir uns davon erholen werden können, wird die Zukunft zeigen.

 

Die Azubis haben in den letzten Monaten zusammen mit den Direktoren die Hotels am Laufen gehalten, während die Stammbelegschaft notgedrungen in Kurzarbeit war. Denken Sie, diese Azubis gehen als „Super-Hotelhelden“ aus der denkwürdigen Zeit hervor, weil sie ja alle Tätigkeiten intensiv ausgeübt haben?

Unsere Azubis haben sicherlich in den letzten Monaten eine ganz und gar außergewöhnliche Situation erlebt. Die Corona-Situation hat sie gleichermaßen gefordert und gefördert. Sie haben große Verantwortung übernehmen dürfen und in Bereiche Einblick gehalten, die sie unter normalen Umständen so - noch -   nicht erlebt hätten. Wir sind unseren jungen Nachwuchs-Hoteliers sehr dankbar, dass sie ganz in unserem Sinne vor Ort die „Dorint-Fahne“ hochgehalten haben. Aber die Azubis sind sich auch einig darüber, dass sie diese Zeit trotz der widrigen Umstände als Bereicherung erfahren haben.

 

Dürfen wir Ihnen noch ein paar private Fragen stellen?

Wie entspannen Sie an besten?

Mit meiner wunderbaren Familie – Quality Time mit ihnen zu verbringen hat einen enormen Stellenwert für mich.

 

Haben Sie Zeit für Hobbies?
Leider kaum, aber ich nehme mir morgens die Zeit, ein paar Kilometer zu walken und durch meine Frau, als Yoga-Lehrerin, habe sogar auch ich angefangen, mich hin und wieder im Yoga zu erproben. Darüber hinaus spiele ich leidenschaftlich gerne Klavier und liebe die Fotografie.

 

Was vermissen Sie aktuell am meisten?

Ungezwungene Zusammenkünfte mit lieben Menschen.

 

Wo und wie verbringen Sie Ihren Herbsturlaub?
in deutschen Landen, bevorzugt in Süddeutschland, jedoch überlasse ich unsere wunderbaren Resorts lieber unseren Gästen.

 

Herr Böckeler, vielen Dank für das Gespräch!

 


Steckbrief Jörg T. Böckeler

Alter 55

Schulabschluss & Ausbildung:

Abitur gefolgt von Bachelor und Masterstudium.

Ausbildung zum Koch- und Hotelfachmann in der Traube-Tonbach

Berufliche Stationen in Europa, in Amerika in Afrika und Asia-Australasia

Lebensmotto

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.

                                                                                                        Hermann Hesse

 

Größte Schwäche – gutes Essen

Größte Stärken – Begeisterungsfähigkeit, Empathie, unternehmerisches Denken und Entschlossenheit.

 

  


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