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Mitglied im Klub der klaren Worte

Felizitas Denz, Hotel Manager im east Hotel in Hamburg

Ausbildung: Hotelfachfrau, SIDE Hotel in Hamburg

Berufliche Stationen: SIDE Hotel, Hamburg - Vier Jahreszeiten, Hamburg - east Hotel, Hamburg – Australienaufenthalt - east Hotel, Hamburg - MS Europa, Weltroute - east Hotel, Hamburg

CERTIFIED hat im Rahmen der Reihe „Hotelier des Monats“ mit Felizitas Denz über Fachliches und Privates gesprochen.

  

 

Frau Denz, seit einem Jahr sind Sie Hotel Managerin im east Hotel. Wie war das Corona-Jahr für Sie?

Wie für alle, war der Beginn der Coronakrise erst einmal ein Schock. Als Auftakt zu meiner neuen Position hatte ich durch den ersten Lockdown, statt dafür Sorge zu tragen, dass der komplette Hotelbetrieb erfolgreich und wirtschaftlich läuft, plötzlich die Aufgabe, eine elegante Vollbremsung hinzulegen. Alle bisherigen Strategien, Projekte und, insbesondere die Personalplanung waren von heute auf morgen hinfällig. So hieß es dann flexibel auf die Krise und deren Folgen zu reagieren, und das ist mit dem Ergebnis eines recht erfolgreichen Sommers sehr gut gelungen.

Insgesamt war es ein sehr turbulentes Jahr voller Ups and Downs mit vielen Herausforderungen, zu der auch der zweite Lockdown im letzten November zählte. Meine Mitarbeiter und ich können es jetzt kaum erwarten, endlich den Fuß von der Bremse nehmen zu dürfen und wieder voll durchzustarten. Darauf freuen wir uns alle schon sehr.

 

Was hat Sie in der Pandemie bisher am meisten geärgert?

Meiner Meinung nach hätte der zweite harte Lockdown im November 2020 konsequenter- und gerechterweise sämtliche Dienstleistungsbranchen betreffen müssen. Da kann man es schon als sehr ungerecht empfinden, dass Hotels und Restaurants wieder die ersten Dienstleistungsbereiche waren, die in den zweiten Lockdown geschickt wurden, obwohl kaum eine andere Branche so flexibel und so schnell auf die Pandemie-Situation reagiert hatte mit Maßnahmen wie Glaswänden, Hygienmaßnahmen, Kontaktevermeidung, digitalen Features etc.. Trotz bewiesener Compliance mit den Corona-Maßnahmen, wird unsere Branche nun leider wieder die letzte sein, die wiedereröffnen darf. Das Verständnis dafür fällt mir wirklich etwas schwer.

  

Worüber haben Sie sich in der Pandemie gefreut, gab es positive Erlebnisse?

Es freut mich, dass durch die besonderen Umstände der Pandemie die Digitalisierung in unserer Branche beschleunigt worden ist. Ohne die Pandemiemaßnahmen wären wir noch lange nicht so weit im Verwenden von digitalen Tools, wie z.B.  QR-Codes zur Infektionsnachverfolgung, weil einfach vorher die Notwendigkeit nicht gegeben war. Unsere Gäste begrüssen die Digitalisierung und deren Annehmlichkeiten genauso wie wir, so wie beispielsweise die Zimmeröffnung mit dem Handy. Einige Tools sind in dieser relativ kurzen Zeit bereits zur Normalität geworden.

Als sehr positiv empfinde ich die großartige Loyalität und Solidarität meiner Mitarbeiter, die durch die Pandemie stark betroffen sind. Es tut mir von Herzen leid, dass einige Mitarbeiter nun schon seit fast einem Jahr durchhalten müssen, finanziell und mental. Trotzdem stehen sie zur Wiedereröffnung bereit und sind hochmotiviert für ihren Neustart.  

 

Sie haben Ihr Haus zertifizieren lassen. Was hat Sie dazu bewogen und welche Impulse hat das Prüfungs-Procedere insgesamt für Ihr internes Qualitätsmanagement ausgelöst?

Wir möchten unseren Gästen jederzeit die höchste Qualität bieten. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Standards zu halten und zu optimieren. „Certified Hotel“ unterstützt uns dabei als starker Partner, damit wir unseren Gästen das gute Gefühl und die Zusage geben können, dass sie sich bei uns stets wohl fühlen werden.   

 

Wo liegen aus Ihrer Sicht in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen für privat geführte Business- & Tagungshotels?

Da wir wohl leider in den nächsten Jahren weiterhin mit dem Virus leben müssen, wird

  1. sich das Buchungsverhalten der Gäste grundlegend ändern. Es wird, so wie es jetzt bereits praktiziert wird, zunehmend auf Präsenzkonferenzen und Geschäftsreisen verzichtet werden,
  2. die Größe der Konferenz- und Tagungsräume nicht mehr ausreichend sein, um die notwendigen räumlichen Abstände bei persönlichen Meetings einhalten zu können.

Das bedeutet, dass in jedem Fall die Gesamtanzahl der Präsenz-Teilnehmer verringert sein und somit die wirtschaftliche Auslastung erheblich geschmälert sein wird.

 

Wie sieht das Hotel der Zukunft aus?

Digital und dennoch persönlich.  

 

Der Hamburger Hotelmarkt ist in Bewegung. Wie sehen Sie sich mit dem east positioniert und welche Pläne gibt es in der Firmenwelt des „east Cosmos“?

Das east ist gut positioniert im Hamburger Hotelmarkt. Der east Cosmos ist eine etablierte Marke in Hamburg. Wir arbeiten stets an uns und gehen mit den Trends. Aus diesem Grund wird in den nächsten Wochen unsere east Cosmos Website gerelauncht, in der jedes Outlet seine eigene neue Seite bekommt; east Cosmos, east Restaurant, east Hotel, coast by east,  coast enoteca, clouds restaurant heavens bar and kitchen.

 

Was tun Sie im Personalbereich, um als Arbeitgeber in Zeiten akuten Fachkräftemangels attraktiv zu bleiben?

Ich denke, dass der Fachkräftemangel in naher Zukunft nicht mehr so relevant sein wird. Grundsätzlich bieten wir eine gute Vergütung, ein internes Schulungsprogramm (east academy), kostenfreies  Personalessen, Getränke sowie frisches Obst. Besonders das familiär-kollegiale Arbeitsumfeld, die betriebliche Gesundheitsförderung und die zahlreichen Company-Events machen uns ebenfalls für unsere Mitarbeiter so attraktiv.  

 

Wie begleiten Sie Ihre Azubis durch die Krise?

Wir nutzen den Lockdown als Gelegenheit, unseren Auszubildenden kleinere eigene Projekte zu übertragen. Unter meiner Aufsicht lernen sie dabei eigenverantwortlich und selbstständig zu arbeiten. Momentan führen unsere Azubis die Frühstücksabteilung selbstständig und sind ebenfalls gewissenhafte Mitarbeiter im Housekeeping. Es ist sehr schön, zu sehen, wie sie ihre Eigenständigkeit genießen, ihre Ideen einbringen und umsetzen.

 

Welche Rolle spielt personelle Kontinuität für Sie beim Erfolg eines Hotels im Markt?

Langjährige Mitarbeiter sind die Seele eines jeden Hotels und Restaurants. Sie machen den Großteil der guten Atmosphäre aus. Personelle Kontinuität spielt für mich eine sehr große Rolle, deshalb haben wir zu unserem 15 jährigen Bestandsjubiläum unsere langjährigen Mitarbeiter gefeiert, indem wir ihnen u.a. eine eigene Fotoausstellung in unserem Restaurant gewidmet haben.

 

Gibt es für Sie 3 Schwerpunktthemen, die unsere Branche in den nächsten Jahren dominieren werden?      

  1. Digitalisierung
  2. Schadensbegrenzung (Coronakrise)
  3. Nachhaltigkeit

 

Welche längerfristigen Trends können sie im Tagungsbereich (im weiteren Sinne im Veranstaltungsbereich) feststellen und wie reagieren Sie darauf?

Die neuen Trends gehen von gesundem, leichten Essen in den Tagungspausen, bis hin zu großzügigeren Tagungsräumen. Durch den Umstand, dass die Tagungsgäste mehr auf verstärkte Hygienemaßnahmen Wert legen werden, setzt das auch großzügigere Raumkapazitäten voraus, damit die notwendigen Abstände zwischen den Teilnehmern eingehalten werden können. Eine fortschreitende Digitalisierung und die dazugehörige reibungslos funktionierende Technik sehe ich als Voraussetzung, um zukünftig überhaupt Tagungen und Veranstaltungen abhalten zu können.

  

April und Felizitas Denz

 

Was ist Ihr Lebensmotto/Ihr Wahlspruch?

No risk – no fun!

 

Verraten Sie uns Ihre größte Schwäche und Ihre größte Stärke?

 Schwäche: Bunte Tüte (Hamburger wissen, was das ist)

Größte Stärke:  Willensstärke

  

Mit wem würden Sie gerne mal einen ganzen Tag lang tauschen und warum?

Mark Zuckerberg: Einblick in die Welt der Sozial Media gewinnen

 

Welche Eigenschaften schätzen Sie an einem Menschen ganz besonders? Herzlichkeit

Die berühmte Fee erfüllt Ihnen drei Wünsche:

  1. Pandemie beendet – alles wieder gut
  2. Gesundheit für Freunde und Familie
  3. Ein eigenes Hotelimperium mit Standorten auf der ganzen Welt

 

Was ist Ihr persönliches Lieblingshotel im Ausland?

Ein Lieblingshotel in dem Sinne habe ich nicht, denn ich probiere immer gerne neue Hotels aus.

 

Worauf sind Sie besonders stolz? Mein persönlich gestecktes Ziel erreicht zu haben, mit 30 Jahren Hotel Mananger zu sein.

Mit wem würden Sie gerne mal kochen? Dwayne „the Rock“ Johnson

 

Frau Denz, vielen Dank für das Gespräch und viel Fortune bei den weiteren Plänen im east Cosmos!

 


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