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Interview mit Alexander Wurster, Parkhotel Schillerhain

Herr Wurster, Sie sind ganz neu als Certified Conference Hotel geprüft und aufgenommen worden. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem sehr guten Ergebnis! Was war für Sie der ausschlaggebende Punkt, um sich jetzt zur Prüfung anzumelden?

 

Wir haben Corona und hatten Zeit - 😊 Spaß!! Wir wollten unseren Veranstaltungsbereich auf Herz und Nieren prüfen lassen. Wo sind Knackpunkte, wo können wir uns noch verbessern…
Ich bin mir ziemlich sicher mit Certified Conference Hotel eine Messlatte gefunden zu haben, an der wir jetzt den Ist-Zustand mit der Erstzertifizierung festgestellt haben und nun weiter daran arbeiten können „besser zu werden“.
Schon in der Vorbereitung auf die Zertifizierung sind uns einige Punkte aufgefallen, die wir gleich umgesetzt haben.
Klar ist auch, jedes Siegel, das man erhält, ist eine Auszeichnung, die das Team stolz macht und Kunden eine Orientierung gibt.

 

Wie empfanden Sie den Anmelde- und Prüfungsprozess?
Der Anmeldeprozess war sehr freundlich und einfach.
Der Prüfungsprozess war intensiv, ausführlich und sehr konstruktiv! Mir persönlich und auch meinen Mitarbeitern, die involviert waren, hat es die Betriebsblindheit genommen, die sich ungewollt nach einiger Zeit einschleicht.

 

Sie haben das Hotel von Ihren Eltern übernommen. Was haben Sie verändert?

Lassen Sie mich überlegen: „ALLES“.
Ich habe ein tolles Hotel von meinen Eltern übernehmen dürfen und hatte das Glück es 2016 auf 2017 um 40 Zimmer, das Tagungszentrum GedankenGUT und den Naturspa in den Baumwipfeln zu erweitern. Zudem haben wir das komplette Bestands-Gebäude durchrenoviert und an uns angepasst. So dass wir sagen können: „Das Hotel sind wir, meine Frau Daniela und ich“!

 

Was hat Sie beim Neubau des 40-Zimmer-Trakts und des Veranstaltungsbereichs inspiriert und geleitet?

Mein Gedanke war, einen Lernraum zu schaffen der Natur, Mensch und Arbeit in Einklang bringt und Freiraum für gute Gedanken schafft. Dies haben wir in unserem Tagungsort "GedankenGUT erreicht, da wir einerseits die Natur unseres traumhaften Parks ins Gebäude geholt haben und auf der anderen Seite klare Linien das Haus zeichnet.

Das Wichtigste für uns ist, dass unsere Kunden einen rundum angenehmen Lernort haben.
Zudem waren viele Kunden und Trainer mit ihren Wünschen und Erfahrungen maßgeblich beteiligt, damit aus dem Projekt das geworden ist, was es jetzt ist! 

 

Sie sind selbst ausgebildeter Business-Trainer mit Schwerpunkt Teamentwicklung. Wie kam es dazu?

Ich bin vor einigen Jahren von einer Beratungsfirma, die auch mich im Hotel längere Zeit beraten hat, gefragt worden, ob ich nicht als Berater bei ihnen arbeiten wolle. Diese Erfahrung wollte ich auf jeden Fall machen und habe dort als freier Mitarbeiter angefangen. Neben der Beratung hatte die Firma auch einen Fortbildungsbereich, wo es unterschiedliche Seminare gab. Dort ist ein Trainer ausgefallen und ich wurde gefragt, ob ich dieses Seminar halten wollte. Zeitmanagement lag mir und dann habe ich dieses Seminar gegeben und dabei festgestellt, dass es mir großen Spaß macht vor Menschen zu stehen und ihnen was mitzugeben. Daraufhin habe ich meinen Businesstrainer gemacht, um das Handwerkszeug eines Trainers zu lernen. Unternehmertraining, Führungskräfte- und Teamentwicklung finde ich so spannend und in meiner Zeit als Betriebsberater habe ich vieles gesehen, was toll war und leider viel mehr, was gar nicht geht und das möchte ich gerne ändern.

 

Bieten Sie auch selbst Trainings im eigenen Hotel an?

Ja, wir haben eigens auf das Parkhotel Schillerhain zugeschnittene Konzepte für Teambuildings von 30 min. bis hin zum Team-Work-Grillen das fast 5 Stunden geht. Hier starten wir mit den Teams mit Patchworks in den Wald hinein. Tief im Wald kommen weitere Aufgaben auf das Team zu, die sie lösen müssen und anschließend analysieren wir die Handlungen. Auf dem Rückweg zum Hotel muss das Team dann noch Holz sammeln, ansonsten bleibt das Essen kalt. Hier muss das Team dann auch selbstorganisiert das Abendessen zubereiten und es ist immer spannend was in so einem Prozess passiert, ohne jetzt schon zu viel zu verraten.
Wir entwickeln aber liebend gerne für unsere Kunden auf ihre Bedürfnisse eigene Konzepte und ich trainiere auch einige Unternehmen und ihre Führungsteams langfristig.

 

Das scheint ja eine einzigartige Kombination zu sein, Hotelier und Gastgeber sowie Trainer und Coach in einer Person. Gibt es das Ihres Wissens nach nochmal in Deutschland?

Auf der Basis habe ich mir die Kollegen noch nicht angeschaut. Bestimmt gibt es diese Kombination nochmals aber nicht so viele.

 

Welche Vorteile haben Ihre Mitarbeitenden und Kunden denn dadurch?

Mein erlangtes Wissen ist auch ganz klar bei uns im Team und bei den Führungskräften implementiert worden, was unser Team auch riesig weiterentwickelt hat. Klar, wenn ich als Trainer im Haus bin, ist das ein sehr einfaches Miteinander, da mein Team meine Abläufe kennt und ich ihre.
Ich denke auch für den Kunden ist es einfach, da alles aus einer Hand kommt.

 

Sie weisen in Ihren Tagungsunterlagen ausschließlich Nettopreise aus. Das machen so gut wie keine Hotelkollegen. Warum ausgerechnet Sie?

Weil es richtig ist. Wir sind im Tagungsbereich im „Business zu Business“ Geschäft, da ist die MwSt. nicht relevant, das ist an der Hotellerie leider vorbeigegangen!

Jeder Hotelier der z.B. einen Stuhl kauft schaut auf den Nettopreis. Jeder Gastronom kauf seine Lebensmittel netto ein. Jeder Einkäufer aus der Industrie kauft seine Materialien netto. Wieso dann nicht auch die Tagungsleistungen und Übernachtungen?

 

Ihre Auszubildenden bezeichnen Sie als „Talente“. Welchen Stellenwert messen Sie dem Nachwuchs bei und was machen Sie anders?

Mich hat es damals gestört: Im Vertrag stand 8 Stunden, die wir zu leisten hatten, bezahlt wurden wir für 6 Stunden und gearbeitet haben wir 10-12 Stunden. Ich habe mir damals geschworen, wenn ich das ändern kann, werde ich dieses tun. In meinem Betrieb habe ich dies getan! Unsere Talente sind die Zukunft unserer Branche, es sind die Profis von Morgen und genau darauf bereiten wir sie vor. Wir übertragen ihnen sehr früh viel Verantwortung und geben ihnen eigene Projekt die sie selbständig umsetzen dürfen, klar mit Unterstützung der Ausbilder und Teamleiter wenn benötigt. Auch die Zertifizierung zum Certified Conference Hotel haben unsere Talente vorbereitet und auch durchgeführt. Ich hatte 1 Woche zuvor 1 Stunde, wo ich mit ihnen die Punkte durchgesprochen habe die noch offen waren, ansonsten war ich als Chef erst am Tag der Prüfung mit anwesend, da dies von dem Talent-Projektleiter so gewünscht war.

 

Was glauben Sie, macht Ihr Hotel besonders attraktiv für Firmenkunden?

Ich denke, das gesamte Konzept Natur, Mensch und Arbeit im Einklang. Zum Beispiel gibt der Park einem Kunden einen Freiraum, den man nutzen kann, Teile seines Meetings in die freie Natur zu verlegen, wie in unseren Outdoor Gruppen- oder Tagungsraum.
Am Abend bei einer schönen Flasche Pfälzer Wein in der Bar oder auf der Sonnenterrasse gemeinsam mit dem Team den Tag ausklingen lassen. Und noch vieles mehr.
Aber am besten erleben Sie es als Leserin und Leser selbst!

 

Wie schätzen Sie die Lage im Bereich Events und Tagungen ein, wenn Corona vorbei ist? Denken Sie, dass es anders wird als 2019?

Ich denke Corona hat vieles verändert, so wird sich auch der Veranstaltungssektor verändern! Wie, das kann ich auch nur raten. Es wird aber auf jeden Fall weiter gehen. Videokonferenzen wird nicht die Lösung sein, da der Mensch ein soziales Wesen ist! So wird es ihn auch wieder zu Treffen mit Gleichgesinnten ziehen. Auch der Bereich Homeoffice macht es schwieriger die Teams zu führen und die einzelnen Teammitglieder an das Team zu binden. Hier kommen auch wieder wir ins Spiel.
Aber ganz klar, es bleibt spannend!!!

 

Was sind Ihre persönlichen Ziele, die Sie in den nächsten 5 Jahren erreichen möchten?

12 Monate am Stück geöffnet im Jahr 😊.
Viel Zeit mit meinen zwei Töchtern und meiner Frau zu verbringen.
Ein gesundes Team, das Spaß hat das Parkhotel Schillerhain weiter voranzubringen.
Es wird auch noch das eine oder andere im Parkhotel Schillerhain entstehen. Hier wollen wir aber noch nicht mehr verraten.

 

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Ich habe da eine Formel „E+R=F“: Ereignis + Reaktion = Folge.
Ich habe mein Leben immer selbst in der Hand und nur ich und kein anderer hat Schuld daran!

 

Denken Sie an den Sommerurlaub im nächsten Jahr. Wie werden Sie ihn verbringen?

Wieder Glaskugel schauen. Meine Familie und ich hoffen, dass wir wieder ans Meer können, da 2020 der Strandurlaub ausfiel, fehlt uns da schon was. Wenigstens ins Ferienhaus meines Schwiegervaters nach Italien ist unser Ziel.

 

Mit welcher berühmten Persönlichkeit würden Sie gerne einen Tag verbringen und warum?

Eine bestimmte Person habe ich da nicht. Es gibt so viele interessante Menschen, von denen ich was lernen kann, daher freue ich mich über jedes tolles Gespräch und dazu muss der Gegenüber nicht berühmt sein

 

Herr Wurster, wir heißen Sie im Kreis der Certified Familie herzlich willkommen und bedanken uns für das Gespräch!

 

Werdegang, berufliche Stationen von Alexander Wurster:

Ausbildung zum Koch im Schwarzwald in einem gehobenen Restaurant, dann Tätigkeit als Kellner und Rezeptionist in der Pfalz.

2001 Wehrdienst als Küchenleiter für die Bundeswehr in Straßburg.

2005 Fachwirt im Gastgewerbe in Heidelberg.

Seit 2006 im elterlichen Betrieb Parkhotel Schillerhain

2009 Einstieg in die Geschäftsführung und 2010, nach einem Jahr der Generationenübergabe, alleiniger Direktor und Inhaber.

 

 

 


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